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Rezeptpflichtige Schlafmittel

Illustration für Artikel Rezeptpflichtige Schlafmittel

Laut einer Studie der DAK leiden rund 10 Prozent der deutschen Arbeitnehmer unter schweren Schlafstörungen. Seit 2010 ist ein Anstieg um 60 Prozent zu verzeichnen. Wenn Hausmittel und rezeptfreie Präparate nicht mehr helfen, kann der Arzt verschreibungspflichtige Schlafmittel verordnen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Wirkstoffe.

Benzodiazepine als Schlafmittel

(siehe dazu: Benzodiazepine und Z-Substanzen als Schlafmittel)

Die wichtigsten und am häufigsten verwendeten Beruhigungs- und Schlafmittel sind die Benzodiazepine. Sie machen müde, entspannen die Muskulatur und dämpfen Ängste. Sie unterscheiden sich nur darin, welche Komponente überwiegt, wie schnell die Wirkung eintritt und wie lange sie anhält.

Benzodiazepine mit kurzer Wirkung (unter 6 Stunden) kommen zum Einsatz, wenn nur das Einschlafen Probleme macht. Hier sind vor allem Midazolam (Dormicum) und Triazolam (Halcion) zu nennen.

Kurzwirksame Benzodiazepine (unter 6 Stunden) werden eingesetzt, wenn nur das Einschlafen Probleme bereitet. Hier sind vor allem Midazolam (Dormicum) und Triazolam (Halcion) zu nennen.

Eine mittlere Wirkdauer von 6 bis 24 Stunden haben unter anderem Alprazolam (Tafil), Flunitrazepam (Rohypnol), Lorazepam (Tavor), Oxazepam (Adumbran) und Temazepam (Remestan, Planum). Diese Mittel werden in der Regel eingesetzt, wenn sowohl das Einschlafen als auch das Durchschlafen gefördert werden soll.

Benzodiazepine mit langer Wirkdauer (über 24 Stunden) sind als Schlafmittel nicht ideal, da sie auch am nächsten Tag noch müde machen. Ihr Einsatz ist nur dann sinnvoll, wenn diese Wirkung am nächsten Tag ausdrücklich erwünscht ist. Zu den Schlafmitteln dieser Gruppe gehören Bromazepam (Lexotanil), Chlordiazepoxid (Librium), Clobazam (Frisium), Clonazepam (Rivotril), Diazepam (Valium), Dikaliumclorazepat (Tranxilium), Flurazepam (Dalmadorm, Staurodorm-Neu), Nitrazepam (Mogadan), Nordazepam (Tranxilium N) und Prazepam (Demetrin).

Schlafmittel, die ähnlich wie Benzodiazepine wirken

(siehe dazu: Benzodiazepine und Z-Substanzen als Schlafmittel)

Die so genannten Z-Medikamente wirken ähnlich wie Benzodiazepine, machen aber nicht so leicht abhängig. In älteren Studien wurde sogar verneint, dass sie überhaupt abhängig machen. Das ist inzwischen widerlegt. Trotzdem sind sie in vielen Fällen das Mittel der Wahl.

Rezeptpflichtige Schlafmittel aus der Gruppe der Z-Medikamente sind  Zopiclon (Bikalm, Stilnox), Zaleplon (Ximovan) und Zolpidem (Sonata).

Neuroleptika als Schlafmittel

Neuroleptika sind Medikamente, die in erster Linie zur Behandlung schwerer psychischer Störungen (Psychosen) eingesetzt werden. Sie haben aber auch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte beruhigende und dämpfende Wirkung. Diese kann man sich zunutze machen, wenn man schlecht schläft. Am besten eignen sich dafür schwache (niederpotente) Wirkstoffe. Dazu gehören (Levome-)Promazin, Chlorprothixen, Thioridazin, Promethazin, Pipamperon und Melperon.

Bei diesen Medikamenten ist das Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung eher gering. Sie werden daher häufig zur Langzeitbehandlung von Schlafstörungen verschrieben. Sie eignen sich auch für Patienten, die aufgrund einer Abhängigkeit in der Vorgeschichte keine Benzodiazepine einnehmen dürfen. Außerdem sind sie das Mittel der Wahl, wenn die Schlafstörung auf eine Psychose oder Schizophrenie zurückzuführen ist.

Antidepressiva als Schlafmittel

Antidepressiva werden hauptsächlich zur Behandlung schwerer Depressionen eingesetzt. Bei leichten und mittelschweren Depressionen ist ihre Wirksamkeit eher gering. Aber auch eine leichte Depression kann den Schlaf beeinträchtigen. Dann kann ein leichtes Antidepressivum mit beruhigender Wirkung helfen. Verschreibungspflichtige Schlafmittel aus der Gruppe der Antidepressiva sind unter anderem Amitriptylin, Doxepin, Trimipramin oder Mianserin.

Steht die Verbesserung des Schlafes im Vordergrund, kann eine niedrigere Dosis als bei einer Depression gewählt werden. Dadurch sind auch die Nebenwirkungen geringer. Das Risiko, von diesen Medikamenten abhängig zu werden, ist eher gering. Sie sind daher auch für Personen geeignet, die z.B. wegen einer früheren Abhängigkeit keine Benzodiazepine oder Z-Medikamente einnehmen sollten.

Andere rezeptpflichtige Schlafmittel

Neben den oben genannten gibt es noch einige andere verschreibungspflichtige Schlafmittel, die aber nur noch selten eingesetzt werden oder heute als veraltet gelten. Eines der ältesten Mittel, das manchmal noch verwendet wird, ist Chloralhydrat. Es ist jedoch sehr giftig, hat schwere Nebenwirkungen und macht schnell abhängig.

Clomethiazol wird nur noch im stationären Bereich eingesetzt, vor allem bei älteren Patienten in der Psychiatrie und zur Behandlung von Delirien (Alkoholdelirien). Vor der Erfindung der Benzodiazepine waren Barbiturate die wichtigsten Schlafmittel. Diese haben eine hohe Toxizität und schwere Nebenwirkungen. Sie gelten daher heute als veraltet für die Behandlung von Schlafstörungen.

Alternativen für rezeptpflichtige Schlafmittel

Für seltene oder leichte Schlafstörungen gibt es verschiedene Schlafmittel rezeptfrei in der Apotheke. Wie gut diese Präparate wirken, erfahren Sie im folgenden Artikel:

Melatonin Nebenwirkungen

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Schlafmittelvergiftung durch Valium & Co.

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Comments
  1. […] Rezeptpflichtige Schlafmittel – 10 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben schwere Schlafstörungen. Wenn andere Mittel nicht helfen, kann ein Arzt rezeptpflichtige Schlafmittel verordnen. […]

  2. […] Rezeptpflichtige Schlafmittel – 10 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben schwere Schlafstörungen. Wenn andere Mittel nicht helfen, kann ein Arzt rezeptpflichtige Schlafmittel verordnen. […]

  3. […] Schlafmittel auf Rezept | Zolpidem Nebenwirkungen | Valium kaufen […]

  4. Sehr geehrte Frau Rettwitzer,
    viele der hier genannten Benzodiazepine sind für Schlafstörungen überhaupt nicht zugelassen!
    Evtl recherchieren Sie hier nochmal nach.
    Z.B. Dormicum: Sedation in der Prämedikation vor diagnostischen oder operativen Eingriffen,
    Lorazepam: Angstzustände, Librium: Angstzustände, Frisium: Angst/Spannungs/Erregungszustände + Zusatztherapie bei Epilepsie.
    Und es sind noch einige mehr…
    Sie können doch nicht alle Benzodiazepine als Schlafmittel aufzählen, wenn die Hälfte hierfür gar nicht zugelassen ist!

  5. […] ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Abhängigkeit entsteht. Daher wird dieser Wirkstoff als Schlafmittel nur selten für mehr als zwei Wochen verschrieben. Keinesfalls sollten Patientinnen und Patienten […]

  6. […] reagieren oder früher auf ähnliche Medikamente eine allergische Reaktion gezeigt haben (wie Alprazolam, Diazepam, Lorazepam, Valium, Xanax und andere Benzodiazepine). Einige Medikamente sollte man nicht zusammen mit Triazolam verwenden […]

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